Rabbiner-Brandt-Vorlesung 2026
Humanismus – Bildung – Demokratie: Das Erbe Micha Brumliks, sel. A. (1947 – 2025)
Rabbiner-Brandt-Vorlesung
12. November 2026, 19.30 Uhr
Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin
Mit Livestream
Am 10. November 2025 verstarb Prof. Dr. Micha Brumlik, sel. A. Seine Stimme fehlt in unseren gegenwärtigen Diskursen schmerzlich.
Anlässlich seines ersten Todestages würdigt der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit der diesjährigen Rabbiner-Brandt-Vorlesung seinen unermüdlichen Einsatz für Humanismus, Bildung und Demokratie. Zusammen mit Freundinnen und Weggefährten erinnern wir mit einer Vorlesung und anschließendem Podiumsgespräch an Leben und Werk von Micha Brumlik.
Die Veranstaltung am 12. November 2026 findet statt in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Berlin, der Katholischen Akademie in Berlin und der Evangelischen Akademie zu Berlin.
Vorlesung:
Die Tugend der Melancholie:
Jüdischer Humanismus im Andenken Micha Brumliks
Prof. Dr. Asher D. Biemann,
Edgar M. Bronfman-Professor für moderne jüdische Philosophie
an der University of Virginia, USA
Podiumsgespräch:
Humanismus – Bildung – Demokratie: Das Erbe Micha Brumliks, sel. A. (1947 – 2025)
Prof. Dr. Asher D. Biemann, Dr. Jessica Schmidt-Weil, Berlin, Dr. Christian Staffa, Berlin und Dagmar Mensink, Frankfurt am Main;
Moderation: Dr. Gesine Palmer, Berlin
Die gesamte Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.
Micha Brumlik wurde 1947 in Davos als Kind von Holocaust-Überlebenden geboren und zog mit seiner Familie 1953 nach Frankfurt am Main. Der Erziehungswissenschaftler und Publizist verfasste unzählige wissenschaftliche und journalistische Beiträge zum Verhältnis von Erziehung, Bildung und Demokratie, etwa in „Demokratie und Bildung“ (2. Aufl. 2022). Er lehrte u. a. an den Universitäten Heidelberg, Frankfurt am Main und Berlin und leitete bis 2005 das Fritz Bauer Institut in Frankfurt. Seit 2013 war er Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin/Brandenburg. In vielen Publikationen setzte sich Micha Brumlik mit der Geschichte, den Erscheinungsformen und ideengeschichtlichen Grundlagen des Antisemitismus auseinander. So zum Beispiel in dem mehrfach aufgelegten Buch „Deutscher Geist und Judenhass. Das Verhältnis des philosophischen Idealismus zum Judentum“ (3. Aufl. 2022) oder in dem Band „Antisemitismus“ (2020) in der Reihe Reclam 100 Seiten.
Als herausragender Kenner der jüdischen und christlichen Traditionen verfasste Micha Brumlik zahlreiche Werke zu jüdischer Religion, Geschichte und Kultur sowie zur Religionsphilosophie, zum Beispiel „Vernunft und Offenbarung“ (2. Aufl. 2014). Außerdem engagierte er sich jahrzehntelang im interreligiösen Gespräch, das ihm wesentliche Impulse verdankt, und baute tragfähige Netzwerke auf. Ungezählt sind seine Vorträge in den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in ganz Deutschland, bei denen er zu den verschiedensten Themen referierte. Zudem war er viele Jahre Vorsitzender der AG Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag und Mitglied des Gesprächskreises Juden und Christen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Für sein Engagement im christlich-jüdischen Dialog zeichnete der Deutsche Koordinierungsrat Micha Brumlik 2016 mit der Buber-Rosenzweig-Medaille aus.
Anmeldung für die Teilnahme vor Ort:
Wir bitten um Anmeldung bis zum 8. November 2026 unter:
https://deutscher-koordinierungsrat.guestmanagement.solutions/
Für den Livestream müssen Sie sich nicht anmelden:
https://www.youtube.com/@katholischeakademieberlin2824/streams

Copyright Fotos:
Micha Brumlik wird am 6. März 2016 in Hannover vom Deutschen Koordinierungsrates
der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR)
mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet © DKR / Ulrich Oberst
Asher D. Biemann: © University of Virginia



