Nachruf

Hans-Helmut Eickschen (1934 – 2026)

Der Deutsche Koordinierungsrat (DKR) und die in ihm zusammengeschlossenen Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit trauern um ihren langjährigen Schatzmeister Hans-Helmut Eickschen, der am 13. August 2026 im Alter von 92 Jahren verstorben ist. 

Hans-Helmut Eickschen war tief im protestantischen Glauben verankert, als Mitglied der SPD ein durch und durch politischer Kopf und vor allem eine Persönlichkeit mit Herz und Humor. Diese Eigenschaften prägten auch sein dauerhaftes Engagement im christlich-jüdischen Gespräch. Im Mai 1987 gehörte er zu den Mitgründern der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers, als deren Geschäftsführer er in den 20 Jahren seiner Tätigkeit zum Gesicht der Gesellschaft wurde. Als Brückenbauer und begnadeter Kommunikator wurde er bald zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der 24 Gesellschaften in Nordrhein-Westfalen gewählt. Seit 1995 koordinierte und steuerte er die institutionelle Landesförderung der nordrhein-westfälischen Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit und sorgte für eine gerechte Verteilung.

1996 wurde er zum Schatzmeister des DKR gewählt und wirkte in dieser Funktion auch als Schatzmeister der Buber-Rosenzweig-Stiftung. Beide Aufgaben sollte er bis 2016 erfüllen. Hans-Helmut Eickschen war ein ungewöhnlicher Schatzmeister, der diesem Amt seine ganz eigene Gestalt gab. Geleitet von seinem christlichen Glauben und seinen politischen Überzeugungen betrachtete er es als seine zentrale Aufgabe, die inhaltliche Arbeit des DKR und der Stiftung finanziell sicherzustellen. Ein Leitwort, das er oft in den Vorstandssitzungen einbrachte, lautete: „Wir müssen wissen, was wir wollen - das Geld dafür werden wir schon finden“. Und so war es auch: In seiner Amtszeit wurde beispielsweise die Rabbiner-Brandt-Vorlesung initiiert und finanziell abgesichert und die Sanierung der Buber-Rosenzweig-Stiftung maßgeblich vorangebracht. Bei alledem erwies er sich als ein äußerst gewissenhafter Schatzmeister und taktisch kluger Verhandlungspartner, der es stets verstand, die nötigen Mittel für die ihm so wichtige Arbeit einzuwerben. Auf diese Weise sorgte seine ordnende und verlässliche Hand bei den Finanzen des DKR dafür, dass unsere inhaltliche Arbeit nie an einem zu engen finanziellen Korsett scheitern sollte.

Was ihn auszeichnete waren Verlässlichkeit und Freude an der Arbeit, die er als Rheinländer stets mit Heiterkeit und Herzlichkeit zu verbinden wusste. Er war ein Schatzmeister, für den die Welt der Zahlen und Finanzen kein Selbstzweck darstellte, sondern nötige Mittel, um den eigentlichen Aufgaben der christlich-jüdischen Verständigung und dem Kampf gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus gerecht zu werden. 

Bei alledem wurde er uns mit seinem herzlichen Wesen, seinem gütigen Humor und seiner klugen Entschlossenheit zu einem Freund, der auch nach seinem Ausscheiden als Schatzmeister dem DKR und seinen Zielen tief verbunden blieb. Wir werden ihn in Erinnerung halten – ganz so, wie es seine Familie in ihrer Trauerkarte mit Worten von Hanns Dieter Hüsch, den er zutiefst verehrte, zum Ausdruck gebracht hat:

Was macht daß ich so fröhlich bin
In meinem kleinen Reich
Ich sing und tanze her und hin
Vom Kindbett bis zur Leich


Dr. Eva Schulz-Jander (Kath. Präsidentin u. Vorstandsmitglied des DKR 1995 - 2016)
Dr. Christoph Münz (Vorstandsmitglied des DKR 1992 - 2019)

24. August 2026