Antisemitismus und postkoloniale Theorie. Der „progressive“ Angriff auf Israel, Judentum und Holocausterinnerung
Vortrag und Gespräch mit Dr. Ingo Elbe, Oldenburg
Präsenz und Livestream
28. April 2026
Bad Nauheimm - 19.00 Uhr
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https://www.youtube.com/watch?v=E-ysdJypqko
Die Postcolonial Studies sind in Teilen der akademischen und kulturellen Welt inzwischen weit verbreitet. Dass sich koloniale Spuren im Wissenssystem und in den sozialen Strukturen von Gesellschaften auch nach dem Ende der formalen Kolonialherrschaft finden, ist eine Erkenntnis, die die verschiedenen Strömungen dieser Disziplin hervorgebracht haben. Daher ist die Erforschung dieser Spuren und der Frage, wie sie das Zusammenleben bis heute prägen und immer wieder neu Rassismus hervorbringen, notwendig.
Zahlreiche Strömungen und ihre Vertreter:innen beanspruchen zudem, mit dem Prinzip der „Kolonialität“ einen Schlüssel zum Verständnis von Judentum, Zionismus und Schoa gefunden zu haben, wie Dr. Ingo Elbe an dem Abend darlegen wird. Welche theoretischen Verzerrungen können daraus folgen? Wieso ist es gefährlich, Antisemitismus begrifflich unter Rassismus zu subsumieren? Warum gibt es Versuche, in einzelnen postkolonialen Strömungen den Holocaust zum Kolonialverbrechen umzuprägen? Wo zeigt sich in diesen Kontexten die Dämonisierung Israels und die Ausblendung des islamischen und arabischen Antisemitismus?
Zudem wird Elbe nach den (gesellschafts-)politischen Konsequenzen dieser Diskurse fragen. Inwiefern zeigen die Reaktionen auf das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 eine weltweit beispiellose Welle des ‚progressiven‘ Hasses auf Israel und auf Jüdinnen und Juden? Welche „Bedrohung für das Judentum im 21. Jahrhundert“ und damit zugleich von Demokratie und Pluralismus geht von einzelnen postkolonialen Theorien aus?
Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Letzte Publikationen u. a.: Probleme des Antirassismus.“ Postkoloniale Studien, Critical Whiteness und Intersektionalitätsforschung in der Kritik, Berlin 2022 (als Mitherausgeber); Hannah Arendts Bild des Holocaust – mit einem Ausblick auf seine postkolonialen Erben, in: A. Stahl/M. Seul u.a. (Hg.): Erinnern als höchste Form des Vergessens. (Um-) Deutungen des Holocaust und der Historikerstreit 2.0, Berlin 2023; „By Any Means Necessary“ – Authoritarianism and the Potential for Violence in Anti-Zionist Postcolonial Discourse, in: Israel Journal of Foreign Affairs, July 2025.
Aktuelles Buch:
Antisemitismus und postkoloniale Theorie.
Der „progressive“ Angriff auf Israel, Judentum und Holocausterinnerung
3. Aufl., Berlin 2025.
Livestream: https://www.youtube.com/@DeutscherKoordinierungsratGCJZ/streams
Eine Anmeldung für den Besuch der Veranstaltung vor Ort ist erforderlich:
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Kontakt für Rückfragen:
Tel: 06032 91110
Mail: info@deutscher-koordinierungsrat.de
Eine Veranstaltung des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau und der Stadtbibliothek Friedberg
Fotos:
Cover © Edition Tiamat
Dr. Ingo Elbe © privat



