Presseerklärung
Aufruf zum Gedenken an die Opfer des Massakers am 7. Oktober 2023
Vor drei Jahren, am Morgen des jüdischen Feiertags Simchat Tora in Israel, bei Tagesanbruch eines friedlichen Schabbats, drangen Terror-Banden der palästinensischen Hamas durch den Sperrzaun, über das Meer und mit Gleitschirmen auf israelisches Gebiet vor. Bei dem Terrorangriff wurden 1.195 Menschen getötet. Männer, Frauen und Kinder, ganze Familien. 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
Wir rufen dazu auf, den 7. Oktober als Tag des Gedenkens und der Trauer zu begehen.
Wir gedenken der Opfer dieses furchtbaren Terrorangriffs. Wir trauern mit ihren Familien und Angehörigen. Wir gedenken all derer, die bis zum heutigen Tag unter den Folgen des Angriffs zu leiden haben. Wir denken an die Freigekommenen aus den Tunneln und anderen Stätten ihrer Geiselhaft. Mögen sie weiter gute Begleitung erfahren in der Verarbeitung des ihnen aufgezwungenen Leidens.
Wir rufen dazu auf, den seit dem 7. Oktober in unerträglicher Weise angestiegenen Antisemtitismus in Deutschland und weltweit der Verdrängung zu entreißen und zu bekämpfen. Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn Synagogen angegriffen werden, wenn jüdische Gemeinden Drohbriefe und Hassmails erhalten. Wir können es nicht hinnehmen, wenn jüdische Menschen in der Öffentlichkeit sich so bedroht fühlen, dass sie alles verstecken, was sie als Angehörige der jüdischen Gemeinschaft erkennbar machen kann. Wir können es nicht hinnehmen, wenn jüdische Studierende an den Universitäten und anderen Hochschulen ein Klima der Angst erleiden. Wir sagen „Nein!“ zu den Versuchen, israelische Kulturschaffende, Akademikerinnen und Akademiker zu boykottieren. Wir wehren uns gegen jegliche Versuche, jüdische Gemeinden in Deutschland für die Konflikte im Nahen Osten verantwortlich zu machen.
Der jüdische Präsident des DKR, Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, wird am 7. Oktober 2026 an einem interreligiösen Gedenkgottesdienst in der Gedächtniskirche in Berlin mit muslimischen, christlichen und jüdischen Vertreterinnen und Vertretern teilnehmen. Er sagt: „Wir trauern mit allen Opfern. Gemeinsam wollen wir ein Zeichen des friedlichen Miteinanders senden. Diese Spirale der Gewalt muss gestoppt werden. Solange im Heiligen Land unserer drei Religionen, solange in der gesamten Region, von Libanon bis Gaza, von Teheran bis Tel Aviv, nicht Frieden herrscht, wird auch in anderen Teilen der Welt weiter Hass auf die Straßen getragen werden“.
Aus der Trauer und dem Gedenken heraus muss unsere Verantwortung dafür wachsen, dazu beizutragen, dass jüdisches Leben in Deutschland, in Israel und weltweit geschützt und gefördert wird und dass die Bedrohungen für Jüdinnen und Juden überwunden werden! Und es muss unsere Verantwortung dafür wachsen, Hass und Streit zwischen den Religionen zu überwinden, damit ein menschenfreundliches Miteinander der Religionen gelingen kann.
Bad Nauheim, 6. Oktober 2026
Für den Vorstand: das Präsidium des DKR
Dr. Margaretha Hackermeier, Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, Pfr. i.R. Friedhelm Pieper



