Woche der Brüderlichkeit 2020

Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält die Buber-Rosenzweig-Medaille 2020

Dies teilten Präsidium und Vorstand des Deutschen Koordinierungsrates seiner mehr als 80 Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit am Sonntag, den 19. Mai 2019, in Bonn mit.

Der Deutsche Koordinierungsrat würdigt mit der Auszeichnung das entschiedene Eintreten Angela Merkels gegen antisemitische und rassistische Tendenzen in Politik, Gesellschaft und Kultur. Mit großem Einsatz für Versöhnung und Toleranz hat sie dem Dialog der Kulturen und Religionen wichtige Anstöße gegeben. Als an höchster Stelle verantwortliche Politikerin ist sie Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt stets mit Entschlossenheit entgegen getreten und hat immer wieder die bleibende Verantwortung Deutschlands für die Verbrechen der Shoah betont.

Insbesondere im Rahmen der Beschneidungsdebatte hat Angela Merkel unter Verweis auf das grundgesetzlich garantierte Recht der Religionsfreiheit auf die Bewahrung des Rechts zur Beschneidung gedrungen. In der Debatte über den Umgang mit dem Holocaustleugner Richard Williamson forderte sie den damaligen Papst Benedikt XVI. mit Nachdruck zu einer Klarstellung seiner Position auf. Und wiederholt erklärte sie in den vergangenen Jahren, dass in Verantwortung vor der Geschichte Deutschlands die Sicherheit Israels zur Staatsräson Deutschlands gehöre.

Das Jahresthema 2020 der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit lautet:

„Tu deinen Mund auf für die Anderen“

Damit Gerechtigkeit sich durchsetzt und unsere Demokratie bewahrt bleibt; damit Europa eine Europa für alle wird. Tikkun Olam – gemeinsam die Welt jeden Tag ein klein wenig besser machen – für die Anderen und damit auch für uns alle.

Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit am 8. März 2020 im Kulturpalast zu Dresden überreicht.

Bonn/Bad Nauheim, 19. Mai 2019
Präsidium und Vorstand
des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit


Hintergrund:
Der Deutsche Koordinierungsrat vertritt als bundesweiter Dachverband die mehr als 80 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Deutschland auf nationaler und internationaler Ebene. Er ist größtes Einzelmitglied im Internationalen Rat der Christen und Juden (ICCJ), in dem 32 nationale Vereinigungen für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vertreten sind.

Seit 1968 verleiht der Deutsche Koordinierungsrat der 83 Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit während der Eröffnungsfeier zur Woche der Brüderlichkeit die Buber-Rosenzweig-Medaille. Ausgezeichnet werden Personen, Institutionen oder Initiativen, die sich insbesondere um die Verständigung zwischen Christen und Juden verdient gemacht haben. Die Medaille wird in Erinnerung an die jüdischen Philosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig verliehen.