Studientagung

Seit der sog. Flüchtlingskrise und den islamistischen Terrorakten in Europa entstand eine gefühlte Bedrohung, die bislang hier so nicht bekannt war und die zu einem weit verbreiteten Gefühl von z.T. diffuser Angst führte. Das Bedürfnis und die Sehnsucht nach der kleinen, heilen, bekannten Welt nehmen entsprechend zu. Auf politischer Ebene bedeutet dies eine stärkere Hinwendung zu nationalen und nationalistischen oder populistischen Parolen, Parteien und Organisationen, rassistische und antisemitische Slogans tauchen vermehrt auch in der Mitte der Gesellschaft auf. Ob Pegida oder AfD, Brexit oder die rechten Parteien etwa in den Niederlanden und Frankreich, sie polarisieren und sind nicht nur europakritisch, sondern stellen die europäische Idee und die Bedeutung der demokratischen Werte in Frage.

Niemand zieht heute mehr aus, um das Fürchten zu lernen, wie in dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm. Angst und Furcht müssen wir nicht lernen, ganz im Gegenteil, wir müssen lernen, ihnen zu begegnen und unseren Ängsten nicht das letzte Wort zu überlassen. Dabei können uns Brücken zum anderen helfen. Brücken zeigen, dass Abgründe überwunden werden können. Nach der Shoa sind jüdische Menschen auf die christliche Mehrheitsgesellschaft zugegangen. Sie haben den ersten Schritt gewagt zu einem Neuanfang in den ge- und zerstörten Beziehungen, sie haben dafür ihre Ängste überwunden.

Von diesem Beispiel ausgehend wollen wir in der Studientagung beleuchten, wie der christlich-jüdische Dialog dazu beitragen kann, tragfähige Brücken zu bauen, um Ängste zu überwinden und zu einem offenen und respektvollen Miteinander beizutragen.

Gerda E.H. Koch
Dr. Bettina Kratz-Ritter
Rien van der Vegt
Rudolf W. Sirsch

 

 Gefördert durch Mittel des Bundesministeriums des Inneren


PROGRAMM

FFREITAG, den 15. September 2017

15:00 Uhr    Kaffee

15:30 Uhr    Begrüßung und Einführung ins Thema

15:45 Uhr    Grußwort der Stadt

16:00 Uhr    Angst und Vertrauen. Zwei Existentiale und ihre Aktualität
Prof. Dr. Joachim Valentin, Frankfurt am Main

17:00 Uhr    Diskussion

17:15 Uhr    Brücken bauen nach Polen. 20 Jahre Schulpartnerschaft mit Lublin und forschendes Lernen in Majdanek
Berthold Weber, Gabriele Karthaus,
Schüler-/innen der Gesamtschule Waltrop


18:15 Uhr    Diskussion

18:30 Uhr    Spaziergang zur Synagoge

19:00 Uhr    Kabbalat Schabbat und Kiddusch in der Jüdischen Gemeinde Recklinghausen


SAMSTAG, den 16. September 2017

09:00 Uhr    Stadtführung zur Erinnerungskultur in Reck-linghausen und Führung in der Kunsthalle

12:00 Uhr    Mittagessen

14:00 Uhr    Das Leo Baeck Education Center
Jiska Cohen, Haifa

14:30 Uhr    Viel Nähe schafft nicht immer Frieden
Dr. Jan Kalbitzer, Berlin

15:30 Uhr    Diskussion

16.00 Uhr    Pause

16:15 Uhr    Wider die Angst vor der Differenz: Perspektiven des Dialogischen aus der jüdischen Religionsphilosophie des 20. Jahrhunderts        
Prof. Dr. Christian Wiese, Frankfurt am Main

17:15 Uhr    Diskussion

18:00 Uhr    Abendessen

20:00 Uhr    Wein - Brückenbauer zwischen Regionen und Religionen - ein unterhaltsamer Abend mit ganzheitlichem Zugang zu koscherem und nicht-koscherem Wein
 

DOWNLOAD:
Tagungs-Flyer

A n m e l d u n g 
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KOSTEN:

TAGUNGSGEBÜHR
Tagungsbeitrag: 20,00 €
1 Übernachtung mit VP
Im Einzelzimmer 140,00 €
Im Doppelzimmer (pro Person) 130,00 €

Rückfragen:
info@deutscher-koordinierungsrat.de