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Veranstaltungskalender
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Wetterau e.V.

Taunusstraße 11
61231 Bad Nauheim

Fon 0 60 32 / 18 07
Fax 0 60 32 /


Homepage www.deutscher-koordinierungsrat.de/Wetterau
 

2 0 Jahre
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Wetterau-Bad Nauheim


Es fing ganz bescheiden an: Ich erinnere mich, es war ein Abend im April ein israelischer Journalist und Herausgeber der Israel-Revue hielt einen Vortrag in der Trinkkuranlage über „seine Reise mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl in Israel.“ Pfarrer Seekatz, ein sehr engagierter ev. Pfarrer in Sachen Israel nutzte die Gelegenheit, da ein großer Zuhörerkreis versammelt war und verkündete: „Wir wollen heute eine Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit gründen“ –und das war im Jahr 1984.

Vierzehn Menschen bekundeten hierfür ihr Interesse und so begann auch die Prozedur mit allen Formalitäten für eine solche Gründung. Wir meldeten dies auch beim Deutschen Koordinierungsrat an und wurden – einige Zeit später als 53. Gesellschaft aufgenommen.

Pfarrer Seekatz – er starb ganz plötzlich im Jahr 1989 – war sehr aktiv und engagiert und bezog auch gleich die Jüdische Gemeinde von Bad Nauheim mit ihrem Vorsitzenden Monik Mlynarski mit ein – dieses Miteinander besteht auch heute noch, was nicht überall der Fall ist. Pfarrer Seekatz war so rührig und so sparsam, dass er die Rundbriefe persönlich mit dem Fahrrad austrug und so auch den Kontakt zu den Mitgliedern pflegte. Sein plötzlicher Tod hinterließ eine große Lücke und so übernahm erst einmal kommissarisch Judith Schwarzenberg den Vorsitz bis zur nächsten Wahl, bei der sie dann zur Vorsitzenden gewählt wurde und dieses Amt bis heute als geschäftsführende Vorsitzende innehat.

Die Tätigkeitsberichte sagen aus, was alles in jedem Jahr an Vorträgen stattgefunden hat – Veranstaltungen unterschiedlichster Art – auch im Hinblick auf die deutsch-israelischen Beziehungen, da es in Bad Nauheim und im Wetteraukreis kein deutsch-israelische Gesellschaft gibt. Wie überall sind die Veranstaltungen aktueller Art – ob Hitlerjunge Salomon oder Schindlers Liste oder als „Als Rabbinerin in Deutschland“ mehr gefragt als die reinreligiös-philosophischen. Sehr gefragt sind die Veranstaltungen über jüdisches Leben, die Riten, Bräuche, Feste, was uns verbindet – was uns trennt. Wir gehen in Schulen, vor allem mit den noch wenigen Zeitzeugen, die es gibt, weil dies die Schüler besonders interessiert, machen mit den Schülern – von 10 bis 18 Jahren – Synagogenführungen, bieten dies auch einmal im Monat für die Kurgäste und für die Bevölkerung an – mit sehr gutem Zuspruch, haben WIZO-Ausstellungen veranstaltet, nehmen an Seminaren des DKR teil, bieten Hebräisch-Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene an und versuchen damit, auch die jungen Menschen für das Judentum zu interessieren. Eine breite Palette an Veranstaltungsthemen wird angeboten – wie das in all den anderen Gesellschaften der Fall ist. An den Gedenktagen werden die kirchlichen Gemeinden und die offiziellen Gremien mit einbezogen. Durch die Zuwanderung der russischen Juden hat sich – wie überall – das Bild verändert. Gern würden wir mehr dieses Klientel mit ein beziehen, aber es hapert an den Sprachschwierigkeiten. Im übrigen ist auch – wie überall – der Anteil der jüdischen Mitglieder sehr gering, etwa 10 Prozent. Im Vorstand haben wir drei jüdische Mitglieder.

Die Wetterauer Gesellschaft hat dadurch, dass der Sitz des DKR in Bad Nauheim ist, natürlich große Vorteile, zumal wir unsere
Veranstaltungen im Buber-Rosenszweig-Haus durchführen dürfen und überhaupt einen „guten Draht“ zum DKR haben, dafür danken wir. Wichtig ist für unsere Arbeit nach wie vor: Vor allem den Nichtjuden einen Einblick in das jüdische Leben mit all dem Ritual und den Gepflogenheiten beizubringen und verstehen zu lernen, überhaupt das Gespräch zu führen. Ein Vorstandsmitglied, Stephan Kolb, hat sehr informativ die Geschichte der Bad Nauheimer Juden in einem Buch dargelegt und Helmut H. Hoos die Geschichte der Friedberger Juden.Überhaupt sind wir sehr dankbar, dass in den Wetterauer Gemeinden Wert auf jüdische Veranstaltungen gelegt wird und auch in einigen kleinen Gemeinden und Städten die Geschichte der Juden aufgearbeitet wurde.

Judith Schwarzenberg
(Jüdische Vorsitzende GCJZ Wetterau)

Der Text entstand anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der GCJZ Wetterau im Jahre 2004

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