|
|
 |
 |
|
|
|
|
Gute Zusammenarbeit stimmt zuversichtlich
Als am 11. März 2007 die festliche Eröffnung der bundesweiten Woche der Brüderlichkeit in Mannheim, dem Zentrum der Metropolregion Rhein-Neckar, stattfand, hatte auch die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Rhein-Necker einen Meilenstein erreicht. Sie will mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass Toleranz, Zusammenarbeit verschiedener Religionen und ein gutes Miteinander gerade von jungen Menschen angenommen und gelebt werden und nachhaltig in die Zukunft wirken. Diese Ziele sind nur durch intensive Kooperation und breite Vernetzung zu erreichen.
Jugend setzt Zeichen
Seit fünf Jahren bildet der „Abraham-Pokal“ einen Schwerpunkt der Arbeit. Die Künstlerin Waltraud Suckow will den Pokal interpretiert wissen „als einende Basis der drei Weltreligionen und zugleich Brückenschlag über trennende ethnische und religionsphilosophische Inhalte unserer Völkergeschichte". Diesen Pokal gibt es inzwischen in zwei Exemplaren, eines geht seit 2001 jährlich in Mannheim von Schule zu Schule, ein zweites seit 2003 in Ludwigshafen. Bereits ein Dutzend Schulgemeinschaften haben den Pokal für jeweils zwölf Monate bei sich gehabt und während dieser Zeit für „Interreligiosität", „Toleranz" und ein „gutes Miteinander" gearbeitet. Damit konnten mehrere Tausend Schüler, Lehrer, Eltern und andere sehr persönlich mit dem Thema in Kontakt gebracht werden; die Medienberichte nicht mitgerechnet. Übergeben wird der Pokal alljährlich im Rahmen der zentralen Eröffnungsveranstaltung der Woche der Brüderlichkeit in der Rhein-Neckar-Region. Dem evangelischen Vorsitzenden der Gesellschaft, Diakon Manfred Froese, ist dabei besonders wichtig: „Der Pokal ist Einladung und Aufforderung, sich für Toleranz und Verständigung zwischen Religionen und Nationen einzusetzen." Beeindruckend ist dabei das große Engagement der jungen Menschen. Sie behandeln das Thema im Unterricht, sie besuchen die Synagoge, lernen die jüdische Küche kennen oder komponieren eine Hip Hop-Ballade. Die Gruppen dokumentieren und präsentieren regelmäßig ihre Arbeit auch im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit.

Unterstützung durch politische Spitze in der Region
Das alles findet mittlerweile große Aufmerksamkeit in der Rhein-Neckar-Region. Mannheims ehemaliger Oberbürgermeister Gerhard Widder meinte zu diesem außergewöhnlichen Engagement: „Wenn Konflikte in dieser Stadtgemeinschaft (die aus Menschen vieler Religionen und Nationen besteht) auftreten, dann müssen sie erkannt und aufgezeigt werden. Sie zu bewältigen ist unsere gemeinsame Aufgabe, der wir uns mit aller Anstrengung stellen müssen. In diese Arbeit bringen sich viele Menschen in unserer Stadt ein. Stellvertretend für alle danke ich den Schülerinnen und Schülern der Mannheimer „Abraham-Schulen", die zu mehr gegenseitigem Verständnis zwischen Christen, Juden und Muslimen beitragen." Und das Stadtoberhaupt von Ludwigshafen, Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse, hatte aus Anlass des Stadtjubiläums im Jahr 2003 die Eröffnung der WdB nach Ludwigshafen eingeladen. Damit intensivierte sie die Zusammenarbeit von Christen und Juden in ihrer Stadt und der Region insbesondere im Bereich der Schulen.
Landtagsabgeordnete und Bürgermeister engagieren sich darüber hinaus regelmäßig unter anderem im Kuratorium für die Ziele der Gesellschaft.
Erinnerung an Unrecht wach halten
Nachhaltigkeit in ihrer Arbeit bedeutet für die Christlich-Jüdische Rhein-Neckar schon seit Jahrzehnten die Erinnerung an die jüdischen Bürger, die durch die Nationalsozialisten aus ihrer Mitte gerissen wurden, wach zu halten und das Unrecht nicht vergessen zu lassen, das ihnen zugefügt wurde. Den Überlebenden, die alljährlich von der Stadt Mannheim zu einem Besuch aus ihrer neuen Heimat Israel, USA, Südamerika oder aus anderen Ländern kommen, widmet sich die Christlich-Jüdische mit einem eigenen Programm.
An die mehr als 6.000 Opfer der Deportation am 22. und 23. Oktober 1940 aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das Lager in Gurs, Südwestfrankreich, erinnert man seit. Fahrten nach Gurs finden beispielsweise regelmäßig statt. Als Ergebnis der Gedenkfahrt im Jahr 2000 konnte gemeinsam mit dem Südwestrundfunk (SWR) ein Filmprojekt realisiert und mehrfach gesendet werden. Und seitdem die Stadt Mannheim vor drei Jahren ein Erinnerungsmal für die weit über 2000 deportierten Mannheimer Juden mitten in der City der Stadt installiert hat, führt die Christlich-Jüdische vor Ort alljährlich eine Veranstaltung mit der Katholischen Jugend durch und lädt immer am 22. Oktober öffentlich zum gemeinsamen Gedenken ein. Die christlichen Kirchen tragen den Bußgottesdienst der Christlich-Jüdischen im Gedenken an die Pogromnacht des 9./10. November 1938. Dabei gestalten viele Jugendliche den Gottesdienst mit.
Immer auch neue Menschen gewinnen
Stets müssen auch neue Gruppen und Einzelpersonen angesprochen und zum Mitmachen gewonnen werden. Dies geschieht beispielsweise durch die Reihe „Judentum kennen lernen“. Hier wird durch gemeinsames Kochen, durch Stadterkundungen, den Besuch des jüdischen Friedhofs und Vorträge mit allgemein interessierenden Inhalten seit Jahren ein „niederschwelliges“ Angebot an Erstinteressenten gerichtet.. Daneben bieten Gesprächskreise, Vorträge und Konzertreihen jedem ein breites Themenfeld und einen leichten und einladenden Zugang zum Thema.
Nur gemeinsam kann etwas erreicht werden
Ein Merkmal der Aktivitäten der Christlich-Jüdischen Rhein-Neckar ist die Einbeziehung verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen und dabei das gute Miteinander. Mit großer Dankbarkeit erlebt man die hervorragende Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Mannheim. Eine intensive Zusammenarbeit entstand mit der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, die über den Freundeskreis mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar vernetzt ist. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft ist ein ebenso enger Partner, und die Kirchen, die Politiker vor Ort und in den Landesparlamenten sind stets offen und widmen dem Thema viel Aufmerksamkeit. Ermutigende Zeichen auch für die Zukunft.
Dem Vorstand gehören an:
Manfred Froese, Geschäftsführender Vorsitzender (ev.), E-Mail: froese-mannheim@t-online.de;
Majid Khoshlessan, jüdischer Vorsitzender, E-Mail: khoshlessan@mws-bau.de;
Lukas Glocker, katholischer Vorsitzender, E-Mail: lukas.glocker@hausderjugend-bdkj-ma.de
Weitere Infos gibt Geschäftsführer Matthias Winkler,
Tel.: 0621/97506918, E-Mail: christlich-juedische@web.de
Sie möchten Mitglied in der GCJZ Rhein-Neckar werden?
Ein Beitrittsformular finden Sie hier:
Mitgliedsantrag
(pdf-Datei; rechte Maustaste, "speichern unter...")
|
|
Abraham-Pokal macht mehrfachen Brückenschlag möglich
Selten kann von solch einem erfolgreichen Brückenschlag zwischen den Religionen, den Städten Mannheim und Ludwigshafen sowie zwischen Jung und Alt gesprochen werden, wie dies regelmäßig bei der Eröffnung der „Woche der Brüderlichkeit" in der Rhein-Neckar-Region der Fall ist.
Wesentlichen Anteil hat dabei der Pokal „Abraham - Vater des Glaubens", den die Künstlerin Waltraud Suckow 2001 geschaffen hat. Sie will den Pokal interpretiert wissen „als einende Basis der drei Weltreligionen und zugleich Brückenschlag über trennende ethnische und religionsphilosophische Inhalte unserer Völkergeschichte".
Diesen Pokal gibt es inzwischen in zwei Exemplaren, eines geht seit 2001 jährlich in Mannheim von Schule zu Schule, ein zweites seit 2003 in Ludwigshafen. Mittlerweile haben ein Dutzend Schulgemeinschaften den Pokal für jeweils zwölf Monate bei sich gehabt und insbesondere während dieser Zeit für „Interreligiosität", „Toleranz" und ein „gutes Miteinander" gearbeitet. Übergeben wird der Pokal alljährlich im Rahmen der zentralen Eröffnungsveranstaltung der Woche der Brüderlichkeit in der Rhein-Neckar-Region. Gymnasien waren schon „Abraham-Schulen", aber auch eine Grundschule, eine Haupt- und eine Realschule sowie eine Berufsbildende Schule waren dabei.
Der Pokal ist keine Anerkennung für Geleistetes, sondern ist eine Selbstverpflichtung einer Schulgemeinschaft für die Zukunft. Oder wie es der evangelische Vorsitzende der Gesellschaft, Diakon Manfred Froese ausdrückt: „Der Pokal ist Einladung und Aufforderung, sich für Toleranz und Verständigung zwischen Religionen und Nationen einzusetzen."
Nach Ablauf des „Abraham-Jahres" geben die Schulen während der Eröffnung der WdB einen Bericht über ihre Aktivitäten ab. Beeindruckend dabei ist gerade das eigene Engagement und die Vielfalt der Umsetzungen der jungen Menschen. Sie nähern sich im Unterricht dem Thema, genauso besuchen sie aber auch Synagogen, lernen die jüdische Küche kennen oder komponieren eine Hip Hop-Ballade und führen sie auch auf. Stolz präsentieren die Schüler mittels Power-Point-Präsentationen oder gar handwerklich äußerst anspruchsvoll gestalteten Büchern die Arbeit eines ganzen Jahres.

Das alles findet mittlerweile breite Aufmerksamkeit. Mannheims Oberbürgermeister Gerhard Widder meinte beispielsweise zu diesem außergewöhnlichen Engagement: „Wenn Konflikte in dieser Stadtgemeinschaft (die aus Menschen vieler Religionen und Nationen besteht) auftreten, dann müssen sie erkannt und aufgezeigt werden. Sie zu bewältigen ist unsere gemeinsame Aufgabe, der wir uns mit aller Anstrengung stellen müssen. In diese Arbeit bringen sich viele Menschen in unserer Stadt ein. Stellvertretend für alle danke ich den Schülerinnen und Schülern der Mannheimer „Abraham-Schulen", die zu mehr gegenseitigem Verständnis zwischen Christen, Juden und Muslimen beitragen."
Wer mehr über die Aktivitäten zum Thema „Abraham-Pokal" und über die „Abraham-Schulen" erfahren möchte, der sollte sich an die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar in Mannheim wenden:
Geschäftsführer Peter Myrczik, unter der Telefonnummer:
0621/2932010 oder unter E-Mail:
christlich-juedische@mannheim.de
Erläuterung der Künstlerin Waltraud Suckow
Pokal „Abraham – Vater des Glaubens“
Die mir von der Leitung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit gestellte Aufgabe, einen Schülerpreis zu entwerfen und zu fertigen, welcher gleichermaßen Juden, Christen und den Islam würdigt, habe ich folgendermaßen gelöst:
Die Grundlage, die Basis der Arbeit ist das gleichseitige Dreieck, welches „Gleichwertigkeit“ voraussetzt. Der schräg gestellte, auf die Mitte zulaufende Fuß des Gefäßes bietet Raum für die Aufnahme der Symbole für Juden, Christen und den Islam. Der aus dieser Einengung sich ergebende Schaft des Gefäßes bildet den Raum für den Satz„Abraham – Vater des Glaubens“ Abraham wird nicht nur als Stammvater der Israeliten angesehen, sondern zugleich auch von Christen und Muslimen anerkannt. Als einende Basis der drei Weltreligionen ist er zugleich ein Brückenschlag über trennende ethnische und religionsphilosophische Inhalte unserer Völkergeschichte. Die Randweite des Gefäßes überschreitet nicht die Grenzen der Basis. Toleranz, auch Verständnis und Humanität sind gefordert.
Mannheim, im März 2001
Waltraud Suckow
Skulpturen
Träger des Pokals „Abraham – Vater des Glaubens“
Waltraud Suckow schuf den Pokal „Abraham – Vater des Glaubens“, der im Jahr 2001 erstmals vergeben wurde. Für die Schule, die den Pokal für ein Jahr übernommen hat, handelt es sich um eine Selbstverpflichtung, sich ein Jahr lang in besonderer Intensität um die Themen „Interreligiosität“, „Toleranz“, „Miteinander leben“ zu bemühen.
Im Jahr 2003 wird erstmals eine zweite Ausfertigung dieses „Abraham-Pokals“ vergeben, sie ist einer Schule in Ludwigshafen gewidmet. Seit 2003 existieren parallel zwei Pokale, je einer für Mannheim und der andere für Ludwigshafen.
Träger des Abraham-Pokals für Mannheim 2001 Karl-Friedrich-Gymnasium
2002 Ludwig-Frank-Gymnasium
2003 Justus-von-Liebig-Schule, Berufsbildende Schule
2004 Albrecht-Dürer-Schule, Grundschule
2005 Feudenheim-Hauptschule in Gemeinschaft mit der
Feudenheim-Realschule
2006 Johann Sebastian Bach-Gymnasium
2007 Elisabeth-Gymnasium
Träger des Abraham-Pokals für Ludwigshafen 2003 Geschwister-Scholl-Gymnasium
2004 Heinrich-Böll-Gymnasium
2005 Theodor-Heuss-Gymnasium
2006 Berufsbildende Schule Wirtschaft I (Rheinschule)
2007 Carl-Bosch-Gymnasium
zurück zur Übersicht
|
|
|
|
|