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Veranstaltungskalender
Oberbergische Gesellschaft für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.

Händelstraße 8
57577 Hamm / Sieg

Fon 0 26 82 / 40 53
Fax 0 26 82 / 40 53

E-Mail holgerbanse@web.de
Homepage www.deutscher-koordinierungsrat.de/Oberbergische
 
Das Gespräch zwischen Menschen verschiedener Religionen, Kulturen und Gesellschaften hat zu Beginn des 3. Jahrtausends nichts an seiner Dringlichkeit verloren. Im Gegenteil, die einzige vernünftige Antwort auf Krieg und Vernichtung war und ist der Versuch, miteinander ins Gespräch zu kommen, um zu einer verantwortlichen, mit dem/der Anderen zu einer sein/ihr Anderssein akzeptierenden und respektierenden Zusammenarbeit zu gelangen.


Der Oberbergische Kreis

Der Oberbergische Kreis – es waren nicht die wunderschönen Berge der Region, sondern die Grafen von Berg, die dem Kreis den Namen gaben - liegt zwischen dem Westerwald, der Kölner Rheinebene, dem Wuppertal und dem Sauerland und umfasst die Kommunen von Radevormwald über Wipperfürth, Lindlar, Engelskirchen, Gummersbach, Bergneustadt, Wiehl, Nümbrecht, Waldbröl bis nach Morsbach. Auf einer Gesamtfläche von 918 qkm wohnen zur Zeit etwa 290.000 Menschen. Über die BAB 4 und BAB 45 wie über die RB 25 der ‚Oberbergischen Bahn’ ist der Kreis gut zu erreichen.

Die Oberbergische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Die Oberbergische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wurde im August 1988 von 30 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Sie ist heute eine von 80 Gesellschaften in Deutschland, die im Deutschen Koordinierungsrat zusammengeschlossen sind, und eine der wenigen, die im ländlichen Raum arbeitet. Zur Zeit hat sie etwa 110 Mitglieder.

In der Präambel der Gesellschaft aus dem Jahr 1989, in überarbeiteter Form aus dem Jahre 2004 heißt es:

Die im Deutschen Koordinierungsrat zusammengefassten Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in der Bundesrepublik Deutschland setzen sich ein für die Geschwisterlichkeit aller Menschen, ohne Unterschied der Rasse, des Glaubens, des Geschlechts oder der Herkunft.

Gemäß dieser Zielsetzung gilt die Arbeit der Gesellschaften bei gegenseitiger Achtung aller Unterschiedlichkeiten besonders dem Verhältnis zwischen Christen und Juden, das für viele Mitglieder durch den gemeinsamen Glauben an den in der hebräischen Bibel geoffenbarten Gott gekennzeichnet ist. Offen für Menschen auch anderer Weltanschauungen treten sie ein für eine aktive Kooperation zwischen Christen und Juden sowie für die Pflege freundschaftlicher Beziehungen zum Staate Israel.

Weltanschaulicher Fanatismus, religiöse Intoleranz, Rassendiskriminierung, soziale Unterdrückung, politische Unduldsamkeit und nationale Überheblichkeit gefährden die moralische und physische Existenz der einzelnen wie auch ganzer Gruppen und Völker. Diesen Gefahren muss gleichermaßen im privaten Bereich wie auch in der Öffentlichkeit begegnet werden.

Im Aufzeigen dieser Zusammenhänge und dem Vermitteln notwendiger Information, die so oft gefehlt hat, verstehen die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ihre Aufgabe als eine Forderung der Humanität und im besonderen Maße als einen erzieherischen und politischen Auftrag. Im Kampf gegen Benachteiligung und Unterdrückung wissen sie sich allen religiösen, sozialen und politischen Kräften verbunden, die gleiche Ziele verfolgen.


Der Vorstand der Oberbergischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit:

Pfr. Holger Banse, Hamm / Sieg (Vorsitzender)
Peter Muskolus (stell. Vorsitzender)
Wulff-Joachim Heil, Gummersbach (Schatzmeister)
Frank Norbeteit, Gummerbach (Schriftführer)

BeisitzerInnen:

Karin Erasmus, Gummersbach
Jochen Gran, Waldbröl
Wilfried Hahn, Wiehl
Pfr. Paul Klauke, Gummersbach
Inge Kühn, Gummersbach
Dr. Tim Lindfeld
Erika Palm, Wiehl

Warum eine Christliche-Jüdische Gesellschaft im Oberbergischen Kreis?

Im Obergischen Kreis leben kaum noch Juden, wenn dann anonym. In Nümbrecht hatte die einzige jüdische Gemeinde im Kreisgebiet mit zuletzt rund 35 Mitgliedern ihren Sitz. Die Zerstörung ihrer Synagoge im August 1938 beendete nach 200 Jahren jüdische Gemeindeexistenz im Kreis. Die nächsten jüdischen Gemeinden befinden sich heute in den Großräumen Bonn, Köln, Wuppertal und Siegen.

Dennoch gibt es die Christlich-Jüdische Gesellschaft, die die Legitimation für ihre Tätigkeit vor allem in der Tatsache sieht, dass die Oberbergische Bevölkerung sehr stark den nationalsozialistischen Verführungen erlegen ist, vor und während der nationalsozialistischen Zeit in sehr hohem Maße die NSDAP gewählt hat, in einzelnen Stimmbezirken sogar bis zu 100 %.

Robert Ley, als sogenannter Reichsorganisationsleiter ein Paladin Hitlers, im Oberbergischen, in Niederbreidenbach bei Nümbrecht, geboren und mit der christlich-pietistischen Grundhaltung der hier verwurzelten Menschen bestens vertraut, verstand es in seinen Reden, durch christlich geprägten Sprachgebrauch große Zustimmung bei der Bevölkerung zu erreichen. Eine nicht geringe Zahl evangelischer Pfarrer unterstützte ihn dabei, zumal ihnen die Verbindung von Thron und Altar des Kaiserreichs näher lag als das politische System der Weimarer Republik.

Die Oberbergische Gesellschaft klagt hier nicht an, aber will die Erinnerung dafür wach halten, wie gutwillige, ehrenwerte Menschen durch ein feingesponnenes Netz eingefangen und zu Mitläufern und Mittätern wurden.


Die Arbeit der Oberbergischen Gesellschaft

  • Das wichtigste Arbeitsfeld der Gesellschaft ist die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus und der daraus resultierenden Shoah.

  • Entwicklungen und Ströme, Geschehnisse und Fakten aus Theologie, Geschichte, Soziologie und Politik werden beobachtet, in den Zusammenhang des von der Gesellschaft selbstgewählten Arbeitsauftrag gestellt und in Veranstaltungen reflektiert.

  • Themen zum aktuellen Zeitgeschehen im Verhältnis der Staaten Deutschland und Israel, Israel und Palästina, dem Leben von Juden in Deutschland finden in Studientagen, Vortragsveranstaltungen und Begegnungen Eingang in die Jahresprogramme der Gesellschaft.

  • Jährlich werden Studienfahrten und Tagesexkursion angeboten, um sich den Topografien des Terrors oder heutigem jüdischen Leben und seiner Geschichte in Deutschland und in benachbarten Ländern zu stellen.

  • Auch musikalische Programme bereichern das Angebot der Gesellschaft.


  • Dies alles geschieht häufig mit Kooperationspartnern aus Kultur, Politik und Wirtschaft der Region.

    Eine der wichtigsten Jahresveranstaltung der Gesellschaft findet am 9. November, dem Jahrestag der Pogromnacht von 1938, an der Gedenkstätte des jüdischen Friedhofs in Nümbrecht statt. Die bereits im August 1938 abgerissene Synagoge und der jüdische Friedhof waren die einzigen Mittelpunkte jüdischen Gemeindelebens im Oberbergischen Kreis.
    Im Rahmen der Gedenkveranstaltung, die in den letzten Jahren häufiger mit Schulklassen der ortsansässigen Schulen vorbereitet wurde, wird besonders der letzten Nümbrechter Jüdinnen und Juden gedacht, die am 19. Juli 1942 zu ihrem letzten Weg gezwungen wurden, der in Minsk oder in Auschwitz endete.


    Befreundete Organisationen:

    Freundeskreis Wiehl-Jokneam
    Informationen über die Partnerschaft zwischen den beiden Städten Wiehl im Oberbergischen Land und Jokneam/Israel in der Nähe von Haifa.

    Freiburger Rundbrief
    Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung

    Zug der Erinnerung
    Projekt zur Dokumentation von Kindertransporten



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