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Der Hochtaunuskreis liegt nördlich von Frankfurt/M. und umfasst zahlreiche Städte und Gemeinden, wie (der Größe nach geordnet) Bad Homburg v.d.Höhe (Kreisstadt),Oberursel, Friedrichsdorf, Königstein, Kronberg, Usingen, Neu Anspach mit Wehrheim. Landschaftlich ist der Kreis eingebettet in den Taunus, wirtschaftlich in das Rhein-Main-Gebiet. Diese Lage bietet optimale Bedingungen für die wirtschaftliche Betätigung und die Freizeitgestaltung seiner Bürger.
Bemerkenswert sind das große Bildungsangebot und die kulturelle Vielfalt in allen Gemeinden des Kreises. Zeugen dafür sind u.a. der Grenzwall Limes als Weltkulturerbe und die (römische) Saalburg, Schlösser und Burgen und in der Neuzeit Literatur- und Musikfestivals in Kronberg (Cello-) und Bad Homburg (Orgel-) und der Hessentag in diesem Sommer in Oberursel.
Das seit Jahrhunderten blühende kirchliche Leben ist erfahrbar in vielen alten und in der Neuzeit errichteten Kirchen der Region. Dagegen sind das jüdische Leben und die jüdische Geschichte, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen und die in vielen jüdischen Gemeinden, in Bethäusern und Synagogen lebendig waren, im Dritten Reich völlig vernichtet worden. Nur einige Gedenkstätten erinnern an die ehemaligen jüdischen Bürger, die in dieser Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern ermordet wurden bzw. an die zerstörten Synagogen, z.B. in Königstein oder in Bad Homburg. (Foto links: Postkarte mit einem Foto der ehemaligen Synagoge in Bad Homburg)
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Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus
Die Kenntnis von dieser schuldhaften Vergangenheit und der daraus erwachsenden Verantwortung für Gegenwart und Zukunft und die Herausforderung durch neue Probleme der jeweiligen Zeit, z.B. aufkeimender Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit waren Motivationen zur Gründung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus e.V. am 10. November 1979. Damals trafen sich in Oberursel Vertreter von Kirchen, politischen Parteien, Verbänden und der Gewerkschaft zusammen mit dem Landrat des damaligen Taunuskreises, um durch die CJZ Taunus eine Art „Volkshochschule gegen Vorurteile“ zu gründen. Diesen Zielen konnten sich an diesem Abend die ersten 20 Mitglieder anschließen. Heute zählt unsere Gesellschaft 160 Mitglieder. (Foto links: St.Ursula Kirche in Oberusel, Gründungsort der GCJZ Hochtaunus).
Das Datum war bewusst gewählt worden: Am 9./10. November 1938 leiteten die Nationalsozialisten durch die Novemberpogrome die massiven Judenverfolgungen in Deutschland ein, und am 10. November 1949 wurde der deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. (DKR) gegründet.
Die Ziele unserer Gesellschaft sind u.a.:- uns mit der Vergangenheit zu beschäftigen, um deren Fehler zu vermeiden,
- Judentum und Christentum in Geschichte, Kultur und Glauben darzustellen, um an die gemeinsamen Wurzeln zu erinnern,
- die jüdische Geschichte vor Ort aufzuarbeiten, um die Erinnerung an das Leben ehemaliger Mitbürger im Hochtaunuskreis zu bewahren,
- das Land Israel, besonders den Partner-Kreis Gilboa, und die Menschen dort kennen zu lernen und zu unterstützen.
Die Arbeit der Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit:Unser Programm, das wir anbieten, umfasst Veranstaltungen mit politischen, geschichtlichen, religiös- weltanschaulichen und kulturellen Themen.
Ein Schwerpunkt unserer jährlichen Arbeit ist
- das Gedenken zum Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar und zum 9./10. November. Da unsere Mitglieder aus dem ganzen Kreisgebiet kommen und die Kommunen unsere Veranstaltungen unterstützen, halten wir dieses Gedenken an den verschiedenen Orten zusammen mit den Vertretern der Städte und der Kirchen aus Bad Homburg, Königstein und Usingen.
- Wir bemühen uns, jeweils Schüler und Schülerinnen mit ihren Beiträgen in Wort oder Musik in diese Gedenkfeiern einzubeziehen. Auch im Laufe des Jahres pflegen wir die Kontakte zu Schulen durch die Vermittlung von Zeitzeugen, durch das Angebot von Führungen zu jüdischem Leben in unserer Region und durch Einladungen zur Beteiligung an Ausstellungen.
- Themen zum aktuellen Zeitgeschehen im Verhältnis Deutschland-Israel bzw. Israel und Palästina, zum christlich-jüdischen Gespräch und zur Exegese der gemeinsamen Heiligen Schriften und Traditionen stehen im Mittelpunkt von Vorträgen und gemeinsamen Feiern.
- Bei unseren jährlichen Fahrten ins Ausland (Elsass, Budapest, verschiedene Regionen in Tschechien) und in Deutschland (Sachsen-Anhalt, das Aachener Land) suchen wir besondere Orte jüdischen und christlichen Lebens auf. In jedem Jahr schließen sich uns neue Interessenten an, die immer herzlich willkommen sind. Für das nächste Jahr sind Reisen nach Amsterdam und Israel geplant.
- Seit 30 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem Hochtaunuskreis und dem Kreis Gilboa, jetzt erweitert durch den Kontakt mit dem angrenzenden Jenin. Begründet wurde diese Zusammenarbeit, die kulturell, menschlich, aber besonders auch wirtschaftlich ausgerichtet ist, durch den Kontakt zwischen Nathan Höxter aus dem Kibbuz Geva (im Kreis Gilboa –im Norden Israels) und dem damaligen Landrat Ekkehard Gries. Vorausgegangen waren ein Arbeitsaufenthalt einer Oberstufenklasse des Gymnasiums Oberursel in Geva und viele Begegnungen von Israelis und Menschen aus dem Hochtaunuskreis, besonders auch durch das Engagement unserer ehemaligen, leider schon verstorbenen Vorsitzenden Ingeborg Klein. 2011 wollen wir bei einer Israel-Reise die Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinensern und die Entwicklung in Gilboa und Jenin kennen lernen.
- Einige dieser Aktivitäten werden häufig unterstützt durch verschiedene Kooperationspartner, z.B. durch den Hochtaunuskreis, einige Kommunen und Kirchen und die regionale Presse.
Der Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus e.V.
Margret Nebo, Bad Homburg v.d.Höhe, (Vorsitzende)
Miriam Nagel, Bad Homburg v.d.Höhe / Stolberg,- Harz (Geschäftsführerin)
Jisk Steetskamp, Kronberg
Beisitzende:
Hans-Dieter Vosen, Oberursel, (Schatzmeister)
Angelika Rieber, Oberursel
Christa Ahrens, Bad Homburg v.d.Höhe
Den aktuellen Tätigkeitsbericht für das Jahr 2010, der Ihnen einen guten Einblick in unsere Aktivitäten gibt, können Sie hier herunterladen:
Tätigkeitsbericht 2010
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