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11.02.2010
Stadthalle Dillenburg - 19.30 Uhr
Dillenburg
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» "Du bist uns eine Brücke" Vortrag mit Dr. Annette Weisberg (Kingston Ontario/Kanada)
„Du bist uns eine Brücke“, so sagen Holocaust-Überlebende zu Dr. phil. Annette Weisberg, die in Deutschland, Kanada und Israel verwurzelt ist.
In ihrem Vortrag spricht sie von ihren Erfahrungen als Deutsche in vorwiegend jüdischem Umfeld in Nordamerika, weiterhin von den religiösen Entscheidungen innerhalb ihrer heranwachsenden Familie, und ihrer engen Beziehung zu Holocaustüberlebenden.
Dr.Weisberg beschreibt den Weg ihres ältesten Sohnes zum modern-orthodoxen Judentum. Durch ihn und seine Familie hat sie einen sehr persönlichen Einblick in das Leben der orthodoxen Juden in Israel. Es ist ihr ein Anliegen, dies in ihrem Vortrag zu vermitteln und auf die Herausforderungen einzugehen, die sich ihr als Nicht-Jüdin stellen. Auch ihren israelischen Enkelkindern ist sie eine Brücke, vor allem zu Deutschland und deutscher Kultur.
Ihre anschauliche, freie Rede, treffende Abschnitte ihres autobiographisch geprägten Romans DIE RABEN ZU FINDEN (ISBN 978-3-8605-403-3) und ihre einfühlsamen Gedichte geben dem Zuhörer ein hoffnungsvolles Bild der Verständigung und Annäherung.
Dr. Annette Weisberg, als Katholikin im Nachkriegsdeutschland geboren, wanderte 1967 in die USA aus. 1968 heiratete sie einen Amerikaner jüdischer Herkunft und zog mit ihm nach Kingston, Ontario, Kanada wo sie an der Queen’s University ihr Studium in Germanistik absolvierte und Mutter dreier Kinder wurde. Annette und Mark Weisberg entschieden sich, die Kinder Joshua, Noah und Zipporah mit jüdischem und christlichem Gedankengut, mit Glauben und Feiertagen beider Religionen vertraut zu machen. Sohn Joshua lebt derzeit mit Frau und fünf Kindern als Rabbi einer Frauen-Jeschiwa (Talmudschule) in Jerusalem. Die Weisbergs gehörten zu den Gründerfamilien der Reform-Jüdischen Gemeinde IyrHamelech in Kingston.
Neben ihrem Beruf als Lehrerin (Englisch und Drama) hat Annette Weisberg viele Kurzgeschichten und ihren gerade erschienenen zweisprachigen, stark autobiographisch geprägten Roman DIE RABEN ZU FINDEN geschrieben. Er setzt sich mit ihren Kindheits- und Jugenderfahrungen im Nachkriegsdeutschland aus der Perspektive einer Ausgewanderten auseinander, deren Kinder eine immer stärker werdende jüdische Identität empfinden.
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