06.04.2005
Dillenburg
Stadthalle, Charlotte-Petersen-Saal


» Eine frustrierte Ausländerin findet ihre wahre Heimat – Biblische Betrachtungen zum Buch Ruth
Vortrag von Yuval Lapide

Ruth, die moabitsche Witwe, die mit ihrer Schwiegermutter Nomi aus dem Lande Moab ins gelobte Land Kanaan reist, genießt in der jüdischen Bibeltradition einen hohen Stellenwert, ist sie doch die Ahnherrin König Davids und somit die Stammmutter des messianischen Erlösers.

Im Judentum gilt sie als die erste Konvertitin, die aus eigener religiöser Motivation aus dem Heidentum ins Judentum überwechselte. Die Persönlichkeit der Ruth hebt sich deutlich von denen anderer Frauen in der Bibel ab. Ruth ist eine zutiefst spirituelle Frau, die von einer tiefen Sehnsucht nach ihrer wahren geistlichen Heimat getrieben wird und dafür befreit ist, alles ihr Vertraute hinter sich zu lassen, loszulassen, um sich auf das Neue, auf Gott einzulassen.

Yuval Lapide ist als Sohn der Religionsgelehrten Pinchas und Ruth Lapide in Jerusalem geboren, wo er bis 1974 die Grundschule und das Gymnasium besuchte. 1974 kam Familie Lapide in die Bundesrepublik Deutschland nach Frankfurt am Main. Sein Vater, Pinchas Lapide, gehörte gemeinsam mit Schalom Ben-Chorin zu den Wegbereitern eines christlich-jüdischen Dialogs in Deutschland nach 1945.

Begleitend zum wirtschaftswissenschaftlichen Studium hat Yuval Lapide an verschiedenen jüdischen Hochschulen (Strasbourg, New York, Paris) rabbinische Bibelexegese und mittelalterliche jüdische Philosophie und Mystik studiert.

Yuval Lapide ist stark geprägt durch die Versöhnungsarbeit seiner Eltern im jüdisch-christlichen Dialog. Er praktiziert intensiv das Gespräch zwischen Juden und Christen und ist Referent an verschiedenen katholischen und evangelischen Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland.




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