01.07.2009
Stadthalle Dillenburg - 19.00 Uhr
Bismarckstr., Dillenburg


» Charlotte-Petersen-Medaille für Rabbiner Henry G. Brandt
Festveranstaltung

„Für Verdienste um die Verständigung zwischen den Menschen“ – diese Inschrift trägt die „Charlotte-Petersen-Medaille“, die seit dem Jahr 2001 alle zwei Jahre an Personen verliehen wird, die sich im Sinne der Namensgeberin besonders engagiert haben. Die Journalistin Charlotte Dillenburg, eine der größten Persönlichkeiten Dillenburgs, hatte zusammen mit Hilda Heinemann, der Frau des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann, im Jahre 1959 das Hilfswerk Wapniarka gegründet. Die Dillenburger Journalistin war unermüdlich dafür tätig, Spenden für die Überlebenden dieses Konzentrationslagers aufzutreiben. Zur Erinnerung an Frau Petersen und in Würdigung ihres Lebenswerkes stimmte die Stadt Dillenburg auf Anregung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg, deren Gründungsmitglied sie war, der Stiftung einer „Charlotte-Petersen-Medaille“ zu.

In diesem Jahr entschieden sich die Gremien für die Verleihung der „Charlotte-Petersen-Medaille“ an Rabbiner Dr. Henry G. Brandt (Augsburg). Nach der Flucht der Familie Brandt vor den Nazis 1939 nach Tel-Aviv kehre Brandt als Reformrabbiner 1973 zunächst in die Schweiz, 1981 dann nach Deutschland zurück. Als Rabbiner wirkte er hier u.a. in den jüdischen Gemeinden in Hannover, Dortmund und Augsburg. Seit 1985 ist er der jüdische Präsident des Deutschen Koordinierungsrates (DKR), dem Dachverband der über 80 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Deutschland. Wie kaum eine zweite jüdische Persönlichkeit in Deutschland setzt er sich seit nunmehr einem Vierteljahrhundert für die Verständigung zwischen Christen und Juden ein.

Auch zur Dillenburger Region gibt es enge Berührungspunkte: Mitte der 90er Jahre war er auf Einladung der hiesigen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit mehrfach in Dillenburg und Herborn zu Gast, um insbesondere den jüdischen Neuankömmlingen aus der ehemaligen Sowjetunion hilfreich zur Seite zu stehen. Und 1990 war er es, aus dessen Händen Charlotte Petersen die Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates entgegen nahm.

In Anerkennung seiner Verdienste wird ihm die Stadt Dillenburg am 1. Juli die Charlotte Petersen Medaille überreichen. Der katholische Theologe Prof. Dr. Hanspeter Heinz wird die Laudatio sprechen und für die musikalische Umrahmung konnte der jüdische Ausnahmeklarinettist Roman Kuperschmidt aus Frankfurt gewonnen werden. Zu der öffentlichen Preisverleihung um 19.00 Uhr in der Stadthalle Dillenburg ist die Bevölkerung herzlichst eingeladen!



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