29.01.2008
Bibliothek der Wilhelm-von-Oranien-Schule - 19.00 Uhr
Dillenburg


» "Da leben doch noch welche ..."
NS-Verbrechen und ihre Aufarbeitung durch die deutsche Justiz

Vortrag von Friedemann G. Bierig, Dietzhölztal

Die Vergangenheit - sie will nicht vergehen. Kaum ein Monat, ohne dass intelligente Menschen zumeist nicht absichtslos mit unseligen Vergleichen und sprachlichen Ausrutschern Schlagzeilen machen und Debatten auslösen. Das Tausendjährige Reich ging 1945 zu Ende, doch die Vergangenheit lebt in vielen Menschen fort. Die Schatten der zwölf Jahre und besonders der Kriegszeit belasten oft so stark, dass Kinder und Enkel von Tätern psychotherapeutische Hilfe brauchen.

Noch leben Opfer von damals, noch leben Täter. Sie gehören zu den letzten Überlebenden, die Zeugnis ablegen können. Doch die Zeugenschaft vor Gerichten wird nicht mehr benötigt: Es scheint, dass die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen abgeschlossen ist.

Wie die deutsche Justiz mit Verbrechen und Verbrechern umging, in welchen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die Strafprozesse stattfanden, wie die Positionen von Kirchen und Parteien waren, welche Weichenstellungen der Auschwitzprozess auslöste, welche Erschütterung die Deutschen später erlebten und welches die magische deutsche Zahl ist: All das steht im Mittelpunkt des Vortrages von Friedemann Bierig.

Friedemann G. Bierig, geb. 1949, Journalist, Fotograf und Erinnerungsarbeiter, war viele Jahre Zeitschriften- und Tageszeitungsredakteur und bereist seit 1980 unser Nachbarland Polen.
Er ist Mitglied im Vorstand der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg e.V. und Mitglied der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Wilhelm-von-Oranien-Schule, Dillenburg


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