09.11.2006
Wilhelm-von-Oranien-Schule - 19.00 Uhr
Dillenburg


» Auf Spurensuche in Polen
Die "Endlösung der Judenfrage" und was von den (fast) unbekannten Vernichtungslagern übrig blieb

Chelmno nad Nerem (Kulmhof), Majdanek, Wlodawa, Sobibor, Izbica, Belzec, Zamosz (Himmlerstadt): Schon die richtige Aussprache dieser Orte in Polen ist für Deutsche meist schwierig, erst recht die Suche nach einigen von ihnen auf der Landkarte. Bis auf Chelmno am Flüsschen Ner im Großraum Lodz sind alle anderen Orte weit im Osten in der Gegend der Großstadt Lublin - fernab der polnischen Urlaubszentren mit den großen Touristenströmen. Nah ist der Grenzfluss Bug, der Polen und damit auch die Europäische Union von Weißrussland und der Ukraine trennt.

Eines haben einige der genannten Orte gemeinsam: Sie liegen an Eisenbahnstrecken in einsamen Waldgegenden und hatten damit zwei wichtige Voraussetzungen für die deutschen Planer der "Endlösung der Judenfrage". In vier der sechs Vernichtungslager, die ganz unterschiedlich von den polnischen Behörden als museale Orte den Besuchern präsentiert werden, hat sich Friedemann G. Bierig im Jahr 2005 umgesehen und auch steinerne Zeugen in früheren Schtetln dokumentiert.

Der Fall des Kommunismus hat die Erinnerungsarbeit einer anderen Art möglich gemacht: In Gemeinden mit ehemals hohem Anteil jüdischer Bevölkerung und Städtchen (Schtetln) suchen Polen nach den Spuren ihrer früheren jüdischen Nachbarn. Festivals polnisch-jüdischer und auch polnisch-jüdisch-ukrainischer Kultur erfreuen sich großen Interesses.

Friedemann G. Bierig, geb. 1949, Journalist, Fotograf und Erinnerungsarbeiter, war viele Jahre Zeitschriften- und Tageszeitungsredakteur und bereist seit 1980 unser Nachbarland Polen.
Er ist Mitglied im Vorstand der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg e.V. und Mitglied der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland.



zurück zur Übersicht